Crisco Connection

Jan
19
1

Nichts liegt näher, als einen Ausblick auf die kommenden Plug-ins für´s Ficken zu wagen. Damit sei nicht im technologischen Mittelalter befangenes Zeug wie der Virtual Stick oder eine ähnlich unelegante, an die Archaik eines Lingams gemahnende Behelfslösung gemeint, sondern das ganz große Update. Echter zwischenmenschlicher Sex. Mit der Betonung auf zwischen.

Es könnte so funktionieren:

User X und User Y (beliebig erweiterbar) lernen sich z.B. in Second Life kennen und tauschen Annäherungsformeln aus. Ist die Entscheidung gereift, die Hosen runter zu lassen, verständigen sich die User über die jeweiligen sexuellen Präferenzen. Dementsprechend werden 3D-Avatare designt, sich gegenseitig gemailt und zu Hause lebensgroß (oder wie man´s halt mag) gefabbt. Die so entstandenen Alter Egos werden per Wi-Fi mit dem Netz verbunden und über ein neurales Interface (Hände frei!) ferngesteuert. An dieser Stelle sind allerlei plug&play Extensions wie POV-Kamera, VoIP-Mikro, Flüssigkeitsinjektor, Safeword-Protokoll usw. denkbar, die der wechselseitigen Befriedigung dienlich scheinen. Und los geht´s.

Latenzen im Design- oder Produktionsprozess wären zwar anfangs kaum vermeidbar, aber immerhin braucht es bei der analogen Methode vom Club ins Bett auch noch ein paar Minuten Taxi.

Eine solche Anwendung trüge nicht nur dem Trend Rechnung, die Libido auf künstliche aber dafür nahezu perfekt angepasste und narzisstischer Kränkung unverdächtige Objekte zu richten, sondern böte auch eine erfrischende Erweiterung, wenn nicht vollkommene Neuerfindung der naturhaft beschränkten Physis. Womit sowohl linke wie rechte Imperative für den Umgang mit dem Körper (Sei zerknirscht! versus Sei Höhlenmensch!) irrelevant wären.

Virtuell mit Anfassen. Ficken 3.0. Ich kann es kaum noch erwarten.