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Nichts liegt näher, als einen Ausblick auf die kommenden Plug-ins für´s Ficken zu wagen. Damit sei nicht im technologischen Mittelalter befangenes Zeug wie der Virtual Stick oder eine ähnlich unelegante, an die Archaik eines Lingams gemahnende Behelfslösung gemeint, sondern das ganz große Update. Echter zwischenmenschlicher Sex. Mit der Betonung auf zwischen. Es könnte so funktionieren: User X und User Y (beliebig erweiterbar) lernen sich z.B. in Second Life kennen und tauschen Annäherungsformeln aus. Ist die Entscheidung gereift, die Hosen runter zu lassen, verständigen sich die User über die jeweiligen sexuellen Präferenzen. Dementsprechend werden 3D-Avatare designt, sich gegenseitig gemailt und zu Hause lebensgroß (oder wie man´s halt mag) gefabbt. Die so entstandenen Alter Egos werden per Wi-Fi mit dem Netz verbunden und über ein neurales Interface (Hände frei!) ferngesteuert. An dieser Stelle sind allerlei plug&play Extensions wie POV-Kamera, VoIP-Mikro, Flüssigkeitsinjektor, Safeword-Protokoll usw. denkbar, die der wechselseitigen Befriedigung dienlich scheinen. Und los geht´s. Latenzen im Design- oder Produktionsprozess wären zwar anfangs kaum vermeidbar, aber immerhin braucht es bei der analogen Methode vom Club ins Bett auch noch ein paar Minuten Taxi. Eine solche Anwendung trüge nicht nur dem Trend Rechnung, die Libido auf künstliche aber dafür nahezu perfekt angepasste und narzisstischer Kränkung unverdächtige Objekte zu richten, sondern böte auch eine erfrischende Erweiterung, wenn nicht vollkommene Neuerfindung der naturhaft beschränkten Physis. Womit sowohl linke wie rechte Imperative für den Umgang mit dem Körper (Sei zerknirscht! versus Sei Höhlenmensch!) irrelevant wären. Virtuell mit Anfassen. Ficken 3.0. Ich kann es kaum noch erwarten. |
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24. Jan 2007 um 22:56
[...] Die Abwesenheit von Neugier auf die Möglichkeiten von Technologien (also die Abwesenheit des spielerischen Umgangs mit ihnen als auch der begründeten Paranoia im Gegensatz zu allgemeiner Technikfeindlichkeit) sorgt dafür, dass neue (und alte) Technologien nicht wirklich begriffen werden. Das sofortige Stürzen auf die Inhalte funktioniert als eine Umgehung der Analyse der nichtbegriffenen Möglichkeiten. Da die hiesigen Wortarbeiter diese Möglichkeiten nicht begreifen, verstehen sie auch die gegenwärtigen Konflikte um geistiges Eigentum, Datenschutz und Kontrolltechnologien nicht, können zukünftige Entwicklungen nicht einschätzen, und sowas wie wirkliche Kritik fällt aus. Ohne den Überfluss zu sehen, den die praktisch verlustfreie Reproduktion ‘digitaler Objekte’ möglich macht, kann man die tobenden Verteilungskämpfe - von DRM bis zur Verschärfung des Urheberrechts - nicht als solche erkennen. Wenn es aber keiner merkt, dann kämpft auch keiner. Als Ergebnis könnte sich eine Situation ergeben, in der mit Hilfe juristischer Mittel dafür gesorgt wird, dass die Vermarktung und Nutzung digitaler Objekte von den selben Knappheitserscheinungen geprägt wird wie die herkömmlicher Dinge, nur dass diese Knappheit mit einem sehr großen Aufwand hergestellt und aufrecht erhalten werden muss. Die allgemeinen Probleme der Zugangsregelung und des ‘Information Management’, wie Betancourt sie skizziert hat, werden schlagartig sehr konkret, wenn man sie auf aktuelle Entwicklungen in Überwachung und Datenschutz anwendet. Aber auch hier gilt: Wenn sich keiner dafür interessiert, wer eigentlich was über ihn weiß, wissen kann und wissen darf, und was man mit diesem Wissen anstellen kann, bleibt von ‘Privatsphäre’ eben nicht viel übrig. [...] Nachricht hinterlassen
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