Crisco Connection

Jul
26

“Rausch und Drogen in der Gegenwartskunst” - unter diesem Titel versammelt das Kunsthaus Dresden, die Städtische Galerie für Gegenwartskunst, im Rahmen einer Ausstellung “15 internationale zeitgenössische Positionen, die das Thema Rausch, Drogen und Sucht zum einen als subjektives Empfinden und zum anderen als gesellschaftliches Phänomen bzw. Problem darstellen.” Vertreten sind dabei unter anderem Adam Smith, der bereits mit seinen Videoproduktionen für Mike Skinner für Aufsehen sorgte, sowie der Anfang des Jahres viel zu früh verstorbene Ramin Raissi.
Die Ausstellung wird am kommenden Freitag, dem 01. August um 19 Uhr in den Räumen des Kunsthauses (Rähnitzgasse 8) eröffnet und kann dann bis zum 12.10.2008 besichtigt werden.

Jul
23

Weather #12 (detail), 2006

Jul
23


Jul
16

Vor einigen Monaten schuf ein in Berlin beheimatetes Magazin für elektronische Lebensaspekte einen Begriff, der in Billigfliegerschnelle im Sprachgebrauch der hauptstädtischen Partyszene landete. Easy-Jet-Raver würden per 29 Euro-Angebot und heuschreckengleich die liberale Atmosphäre der Stadt tanken und mit ihrer puren Anwesenheit die lieb gewonnene Ausgehkultur verändern. Und Veränderung ist nicht unbedingt die Sache des konservativ gewordenen Durchschnittravers. Seitdem man in angesagten Strandbars vermehrt Spanier und Italiener traf, die auf aus britischen Krankenhäusern beschafften Narkotika die in China gefertigten Produkte US-amerikanischer und europäischer Modemarken beschmutzen, sind die Überfremdungsängste manch eines Eingeborenen (also: vor mehr als zwei Jahren Herbeigezogenen) in eine neue Phase getreten.

Natürlich ist man nicht fremdenfeindlich: Der Richie darf seine kleine Wohnung im Prenzlauer Berg haben, und auch der Ricardo gehört mittlerweile irgendwie hierher. Der Francesco aus Milano oder die Maria aus Barcelona aber, die dem weltweit auf Hochglanz getrimmten Hype gefolgt sind, nun Schlangen vor den Hot Spots verursachen und die Taxifahrerinnung vor linguistische Probleme stellen, die lösen mittlerweile eine ähnliche und von Distinktion getriebene Reaktion aus wie die in Sandy, Mandy und Nancy personifizierten Flüchtlinge vor der ostdeutschen Tankstellentrostlosigkeit. Immerhin ist hier mit „Fuck the spain away“ ein Schlachtruf gefunden, der – bezeichnenderweise auf englisch – den als Schwemme empfundenen Partytouristenströmen einen erstmal ganz nett klingenden Krasso-Hedonismus entgegensetzt.

Mit einer deutlich aggressiveren Parole erreichte dieses peinliche Abgrenzungsspiel eine neue Stufe kulturchauvinistischer Borniertheit, als kürzlich eine mit Techno untermalte Parade unter dem Motto „Fuck Yuppies“ durch das Mutterkreuzviertel Berlins, den Prenzlauer Berg, zog. „Porno-Schwaben“ wurden – mehr oder weniger ironisch – zum Unsubjekt erklärt und sowohl für das teurer werdende Leben als auch alle möglichen stadtsoziologischen Veränderungen verantwortlich gemacht. Dass gerade dieser Teil der Stadt erst im Zuge der massenhaften Einwanderung all der nunmehr Geld verdienenden Ex-Studenten dem Elend und der Unkultur ostdeutscher Provinzialität entrissen und die breite Angebotspalette Vergnügen verheißender Lokalitäten eher selten von autochthonen Berlinern geschaffen wurde, fällt den paradierenden Sozialromantikern dabei ebenso unter den Tisch wie die selbstkritische Frage nach der eigenen Verstrickung in den Teufelskreis touristischer Bedürfniserweckung und –befriedigung.

Und so sollte man sich doch bitte weniger in der Kuscheligkeit der ehemaligen Frontstadt einrichten und vielmehr die mit den Gästen aus aller Welt in die Stadt sprudelnden Einflüsse, Trends und Inspirationen schätzen, das babylonische Sprachwirrwarr vor den Türen der Clubs als dem Internetzeitalter angemessene Kommunikationsform begreifen, hoffen, dass die Kerosinkrise keine dauerhafte ist und insgesamt mit ein bisschen weniger Stolz auf die heimische Scholle durch die Welt stapfen.

(Veröffentlicht im Berghain-Flyer 07/08. Ganz vergessen zu bloggen
.)

Jul
15

Jul
14

Jul
13

Speaking In Code - Everything Changes When You Get Lost In Music” heißt der nächste Film über das globale Phänomen Techno- und PartyJetSet, eine Dokumentation, produziert von der 33 Jahre alten US-Amerikanerin Amy Grill. Zumindest der Trailer sieht vielversprechend aus, was man allerdings auch von dem im Oktober startenden Film “Berlin Calling” sagen kann, der nicht nur durch die Besetzung (Paul Kalkbrenner trifft auf Ex-Magda GoebbelsCorinna Harfouch) überrascht, sondern auch durch den Mut, ein weiteres Mal zu versuchen, diese ganze Techno/Berlin-Geschichte in Spielfilmformat zu bringen. Man darf gespannt sein, zumal mit “We Call It Techno” ja bereits ein qualitativ recht hochwertiges Produkt erschienen ist. Großes Glück scheinen wir aber damit zu haben, dass es das vor einiger Zeit von dem dicken Kolumenkokainisten Jürgen Laarmann angekündigte Projekt “Zu heiß - der Film” nicht aus der Planungs- und Castingphase geschafft hat - zumindest sind die diversen auf den Film verweisenden Seiten down, und auch das MySpace-Profil wird schon länger nicht mehr besucht.

Jul
11

Jul
11

(A) = JA / (B) = NEIN / (C) = A

Jul
10

Ficken, Drogen und Gewalt - die Ehrenmitgliedschaft bei der Crisco-Connection ist Hunter S. Thompson schon vor mehreren Jahren verliehen worden. Nun hat sich der Regisseur Alex Gibbney dem Leben und Wirken des Erfinders des Gonzo Journalism angenommen. Der Film startet in den USA am 10. Juli, in Deutschland dann vermutlich irgendwann 2011.